Workshops

Alle Workshops werden sowohl am Freitag von 11:30 bis 13:00 Uhr als auch am Samstag von 10:50 bis 12:20 Uhr angeboten.

A) Ueli Bachmann

«rezitieren – intonieren – interpretieren»

Ein Text lässt sich durch seine Intonation differenziert interpretieren. Im Lesen oder Rezitieren von Texten zeigt sich Textverstehen sehr direkt und deutlich.

Einen Text in der Rezitation zum Klingen zu bringen, heisst, sich von Bildern in der Vorstellung leiten und von imaginierten Emotionen tragen zu lassen.

Sich Texte auch in der Fremdsprache so anzueignen, erschliesst den Lernenden neue und sinnlich erfahrbare, also auch merkbare, Dimensionen von Bedeutung, es schafft möglicherweise einen neuen und motivierenden Zugang zur fremden Sprache und ihrer Schönheit.

Im Workshop wollen wir erproben, wie sehr gute Intonation mit genauem Denken und klarem Sehen zusammenhängt und uns dann darüber austauschen, ob ein solcher Umgang mit Texten im Fremdsprachen­unterricht Sinn machen könnte.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an DaF-/DaZ-Lehrende von Jugendlichen und Erwachsenen.

Dr. Ueli Bachmann, Fachschaftsleiter DaF, Sprachenzentrum der UZH und ETH Zürich

B) Sandra Ballweg

Schreibprozesse unterstützen: Der Einsatz von Portfolios und Schreibberatung im DaF- und DaZ-Unterricht

In diesem Workshop werden aufbauend auf Ansätze der prozess­orientierten sowie der post-process Schreibdidaktik verschiedene Möglichkeiten der Schreibförderung von DaF- und DaZ-Lernenden vorgestellt. Neben theoretischen Konzepten und einem Überblick über empirische Ergebnisse liegt der Fokus des Workshops auf Überlegungen der praktischen Umsetzung, beispielsweise mit einem lernbegleitenden Schreibportfolio, mit peer feedback-Szenarien sowie mit Elementen von Schreibberatung, die in den Unterricht integriert oder begleitend dazu angeboten werden können. Das Hauptaugenmerk liegt auf einer Förderung und Unterstützung, die den individuellen Bedürfnissen der Lernenden gerecht werden. Aktivitäten zur Reflexion und eine strategien­orientierte Vorgehensweise, die damit verbunden sind, dienen dazu, lebenslanges Weiterlernen anzulegen.

In den vorgestellten Ansätzen soll die Mehrsprachigkeit der Lernenden berücksichtigt und als eine wichtige Ressource eingebracht werden.

Zielgruppe: Für DaF- und DaZ-Lehrende von Jugendlichen in der Schule, im uni­versitären Deutschunterricht, im DaZ-Unterricht für Erwachsene, etc.

Dr. Sandra Ballweg, Akademische Rätin, Universität Bielefeld, Deutschland

C) Esther Hool und Ine Baeyens

Ist eine Sprachlernkarriere bis A2 ohne Schriftlichkeit möglich und sinnvoll?

Beim Sprachunterricht mit schulungewohnten Erwachsenen hat sich gezeigt, dass es immer wieder Teilnehmer/innen gibt, die insbesondere im schriftlichen Bereich kaum Fortschritte erzielen. Es stellt sich die Frage, ob es in solchen Fällen sinnvoller ist, (vorerst) lediglich die mündliche Sprache zu erlernen.

Im Rahmen dieses Workshops soll aufgezeigt werden, wie sich die Kursteilnehmer/innen Redemittel und Wortschatz aneignen, ohne dabei auf die Schriftlichkeit zurückzugreifen. Wir werden uns an Erfahrungen aus dem Unterrichtsalltag orientieren und anhand von konkreten Beispielen Aspekte wie Lerninhalte und Lernaktivitäten, Unterrichtsmethoden und
–materialien besprechen.

Aus der langjährigen Erfahrung mit Deutsch mündlich-Kursen ist auch der Plan entstanden, durch spezielle Kurse eine Sprachlern-Karriere bis zu einem mündlichen A1 zu ermöglichen.

Zielgruppen: Lehrende in der Alphabetisierung, in niederschwelligen Kursen und im Migrationsbereich, Fertigkeiten Sprechen und Hörverstehen

Esther Hool, lic. phil., Kursleiterin, wissenschaftliche Mitarbeitern, isa Bern
Ine Baeyens, lic. phil., Kursleiterin, isa Bern

D) Liana Konstantinidou und Virginia Suter Reich

Durch Mitreden für Diversität im DaF/DaZ-Unterricht sensibilisieren

Kulturelles Lernen findet mit und in der Sprache, im Sprachgebrauch sowie in Diskursen statt und es soll ? wie die Kultur – uns mit einem Fundus an Wissen versorgen, das uns hilft, die Realität um uns herum zu verstehen sowie unserem (Sprach-)Handeln Orientierung zu geben (vgl. Altmayer, 2010; 2016).

Der Workshop soll aufzeigen, wie das Potential des DaF/DaZ-Unterrichts als Diskursgemeinschaft genutzt werden kann, um Migrantinnen und Migranten sowie Flüchtlinge für Diversität zu sensibilisieren. Dabei werden eine wertschätzende Grundhaltung im Umgang mit der Vielfalt einzelner Personen als auch Personengruppen wie auch die aktive Mitwirkung der Zugewanderten und Geflüchteten bei der Gestaltung des Diversitätsdiskurses gefördert. Dies soll an den im Auftrag des Kantons Basel-Stadt entwickelten didaktischen Sequenzen veranschaulicht werden. Die didaktischen Sequenzen richten sich auf die Sprachniveaus A1 und A2, knüpfen an Themen und Szenarien an, die häufig im Unterricht für Anfängerinnen und Anfänger vorkommen und können flexibel von den Kursleitenden umgesetzt werden. Herausforderungen bei der Umsetzung der didaktischen Einheiten werden im Workshop diskutiert.

Literatur: Altmayer, Claus / Koreik, Uwe (2010): Geschichte und Konzepte einer Kulturwissenschaft im Fach Deutsch als Fremdsprache. In: Krumm, Hans-Jürgen/ Fandrych, Christian / Hufeisen, Britta / Riemer, Claudia (Hg.): Deutsch als Fremd- und Zweitsprache. Ein internationales Handbuch, 2. Halbband. Berlin, New York: de Gruyter, S. 1378-1391.

Zielgruppe: Lehrende von erwachsenen und jugendlichen DaZ-Lernenden

Prof. Dr. Liana Konstantinidou, Language Competence Centre, ZHAW
Dr. Virginia Suter Reich, Leiterin Goethe Prüfungszentrum, ZHAW, Winterthur

E) Annegret Middeke

Zum Verhältnis von Bildungs-, Fach- und Berufssprache mit besonderem Blick auf Interkulturalität und Mehrsprachigkeit

Im Mittelpunkt des Workshops steht die linguistische und didaktische Auseinandersetzung mit dem Register „Berufssprache", das im Unterschied zu „Fach-" und „Bildungssprache" nur unscharf definiert ist.

Zunächst wird in Anlehnung an Efing (2014) und Roelcke (2010) eine Synopse von Bildungs-, Fach und Berufssprache bzgl. der Aspekte „Kommunikationsbereich", „Kommunikationsabsicht", „Kommunikationsinhalte", „sprachliche Besonderheiten" und „Fehler(toleranz)" entwickelt. Anschließend werden die in diesem Kontext erstaunlicherweise kaum beachteten Aspekte „Mehrsprachigkeit“ und „Interkulturalität“ behandelt. Diese müssen als besonders wichtig, ja zentral betrachtet werden, da in den Wissens- und Informationsgesellschaften des 21. Jahrhunderts jeder Arbeitsplatz zumindest latent multilingual und multikulturell ist. Im dritten und letzten Schritt werden anhand von konkreten Lehr-/Lernmaterialien DaF-/DaZ-relevante Vermittlungsaspekte des Deutschen als Berufssprache herausgearbeitet.

Zielgruppe: Unterrichtende von erwachsenen DaF- und DaZ-Lernenden

Dr. Annegret Middeke, Interkulturelle Germanistik, Universität Göttingen und Fachverband Deutsch als Fremd- und Zweitsprache, Deutschland

F) Mihaela Mihova

Erzählen und Theater als Brücke zueinander. Playback Theater und dessen Einsatz im Fremdsprachenunterricht

In diesem Workshop geht es um das Erzählen und das Inszenieren einer eigenen erlebten Geschichte. Nach einem theoretischen Input mit Fokus auf den Mehrwert vom (biographischen) Erzählen im Fremdsprachen­unterricht wird das Konzept des Playback Theaters vorgestellt. Darunter versteht man eine Art interaktives Theater, bei dem die Zuschauer/innen (in unserem Fall die Lernenden) unter der Anleitung eines Moderators/einer Moderatorin (meistens die Lehrperson) über persönliche Erfahrungen erzählen. In der Folge können sie zusehen, wie diese auf einer improvisierten Bühne in Szene gesetzt werden, die Schau­spieler/innen sind andere Lernende. Ziel des Workshops ist es, das Konzept auszuprobieren und abschließend darüber zu diskutieren und zu reflektieren.

Zielgruppe: Lehrende von Jugendlichen und Erwachsenen DaF- und DaZ

Mihaela Michova, MA, Sprachenzentrum der Universität Wien

G) André Moeller und Rainer-E. Wicke

Vom Sprechen zum Schreiben – Kunst im DaF-Unterricht

Die Verwendung von Kunstbildern im DaF-Unterricht in Ergänzung zur Lehrbucharbeit weckt ein kreatives Potenzial bei den Lernenden und fördert den Erwerb einer fachbasierten Diskursfähigkeit im Fremd­sprachenunterricht.

Kunstwerke von Waldmüller, Hopper oder auch öffentlich ausgestellte Skulpturen(gruppen) sind nichts anderes als visuelle Texte – oder auch der visuelle Ausgangspunkt für eine Textproduktion. Sie rufen Bilder im Kopf ihrer Betrachter hervor und lassen sich im Unterricht nicht nur hervorragend versprachlichen, sondern auch im Sinne des kreativen Schreibens verschriftlichen. Am Beispiel der fächerübergreifenden Unterrichtsreihe zum Thema Kunst (www.dw.com/lehrer), werden die Teilnehmer Vorschläge erarbeiten, wie sich die Arbeit mit und an Kunst gewinnbringend in den DaF-Alltag integrieren lässt. Es gibt die Gelegenheit, Unterrichtssequenzen selbst zu erproben und handlungsorientiert mit den entsprechenden Materialien zu arbeiten.

Zielgruppe: Lehrende im DaF/DaZ-Unterricht mit Kindern (7.Klasse) und von Jugend­lichen der Sekundarstufe

André Moeller, Deutsche Welle, Bonn
Dr. Rainer-E. Wicke, Deutsche Welle, Bonn, Deutschland

H) Lea Pelosi

Sprechen & schreiben über den Kurs ... heisst Mitreden über die Kursgestaltung

Kursevaluation ist ein ideales Instrument, um das Nachdenken über die Qualität der Lernbedingungen und damit über lernbezogene Bedürfnisse anzuregen. Daher ist sie ein ideales Instrument, um die in der Erwachsenenbildung immer wieder eingeforderten Ansprüche nach „Mitbestimmung“, »Kommunikation auf Augenhöhe«, »kooperativer Leitung« oder »Mitverantwortung für den Lernprozess« konkret umzusetzen. Damit sie dies leistet, muss Kursevaluation erstens regelmässig stattfinden, zweitens bewusst variiert werden, damit sie der Differenzierung der Wahrnehmung dient, und drittens natürlich so konzipiert sein, dass sie den vielfältigen und differenzierten Ausdruck individueller Wahrnehmung ermöglicht und konkrete Auswirkungen auf die Kursgestaltung zur Folge haben kann.

Im Workshop sollen Formen, Methoden und Instrumente für eine so verstandene Kursevaluation im DaZ präsentiert, erarbeitet und praxisbezogen diskutiert werden.

Zielgruppe: Lehrende im DaZ-Unterricht mit Erwachsenen

Lea Pelosi, MA, Erwachsenenbildnerin, Basel

I) David Stops

Weniger ist manchmal mehr! Vorschläge zur Umsetzung einer effizienten Binnendifferenzierung in Alpha-Kursen

Im Workshop werden nach einer kurzen Einführung Möglichkeiten und Methoden einer effizienten Binnendifferenzierung in Alpha-Kursen aufgezeigt, die die Schreibfertigkeiten fördern, zunächst an einem ausgewählten Beispiel aus dem Lehrwerk Schritte Plus Alpha. In Gruppen werden die Teilnehmenden selbstständig tätig und versuchen Übungen bzw. Aufgaben aus verschiedenen Lehrwerken effizient zu differenzieren. Weiterhin kann sich eine Gruppe mit Möglichkeiten der Differenzierung freier Zusatzmaterialien oder Spielen beschäftigen. Im Anschluss daran werden ein oder zwei Beispiele im Plenum vorgestellt und ausgewertet. Mit der Abschlussdiskussion werden Möglichkeiten und Grenzen des vorgestellten Ansatzes ausgelotet.

Zielgruppe: Richtet sich an Lehrende DaZ: Erwachsene im Alpha-Kurs und/ oder
Lernende mit wenig bis keiner Lernerfahrung.

David Stops, Master of Education, Berlin, Deutschland

J)  Sándor Trippó

PFLATSCH UND KA-BOOM: Handlungsorientierte Arbeitsweisen mit Comics im DaF -Unterricht

Comics und Graphic Novels werden häufig immer noch als künstlerisch nicht besonders anspruchsvolle Bilderzählungen eingestuft. Ungeachtet dieser Vorurteile finden sich Comicstrips seit Langem auch in DaF-/DaZ-Lehrwerken. Neuerdings sind zudem Unterrichtsmaterialien erschienen, in denen Comics nicht mehr als zusätzliches Angebot erscheinen, sondern eine wesentliche Rolle im didaktischen Konzept spielen.

Im Workshop sollen ausgehend von praxisnahen Beispielen die Einsatzmöglichkeiten von Comics diskutiert werden. Eingangs werden die Teilnehmenden mithilfe von Lehrwerkbeispielen zum Nachdenken über die didaktischen Funktionen von comicähnlichen Geschichten angeregt, anschließend werden handlungsorientierte Arbeitsweisen zur Förderungen der Schreibfertigkeit in Kleingruppen erarbeitet. Dabei bekommen die Teilnehmenden die Möglichkeit, vielfältige Übungen an Lernstationen selbst auszuprobieren.

Literatur:
Michaela Brinitzer (2015): Zack. Deutsch lernen mit Comics. Stuttgart: Klett Sprachen. Ute Fenske (Hg.) (2007): Rund um Bildergeschichten und Comics. Berlin: Cornelsen.

Zielgruppen: Jugendliche DaF-Lernende im Gymnasium, in allgemein-bildenden Schulen und universitären Sprachkursen

Sándor Trippó, MA, wissenschaftlicher Mitarbeiter Universität Debrecen, Ungarn

K)  Kerstin Uetz Billberg

Flüssigeres Sprechen - drei wirkungsvolle Sofort-Hilfen aus der Phonetik

Wer von der deutschen Aussprache spricht, meint häufig einzelne Laute wie das <ü> oder das <z>; Laute, die für den Deutscherwerb zweifellos wichtig sind. Darüber hinaus gibt es jedoch prosodische und phonotaktische Elemente, die für das flüssigere Sprechen ebenso ausschlaggebend sind. Es lohnt sich, sie genauer zu betrachten.

Der Workshop hat zum Ziel, Lehrpersonen DaF/DaZ für die Themen Wortakzent, Satzakzent/Intonation/Pausen sowie das Vermeiden von Sprossvokalen in Konsonantenclustern zu sensibilisieren. Diese können den Lernenden helfen, von Anfang an deutlicher, verständlicher und flüssiger Deutsch zu sprechen.

Nach einem Theorieteil werden erprobte, einfache Tipps gegeben, wie flüssigeres Sprechen im Unterricht DaF/DaZ nachhaltig erreicht werden kann. Die Teilnehmenden des Workshops können ihr phonetisches Grundwissen erweitern und das erworbene Knowhow sogleich für ihren Unterricht verwenden

Der Workshop hat zum Ziel, Lehrpersonen DaF/DaZ aller Niveaus und Zielgruppen für die Themen Wortakzent, Satzakzent/Intonation/Pausen, sowie das Vermeiden von Sprossvokalen in Konsonantenclustern zu sensibilisieren.

Kerstin Uetz Billberg, Aussprachecoach, Büro für DaF und DaZ, Zürich

L) Ingrid Weis

Hören - Sprechen – Entdecken – Schreiben. Kreativer Umgang mit Grammatik und Text in mehrsprachigen Lerngruppen

Texte schreiben zu können ist eine komplexe Tätigkeit, die nur gelingt, wenn basale Wahrnehmungsbereiche ausgebildet und grammatische und lexikalische und textsortenspezifische Kenntnisse vorhanden sind. Lerner, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, stehen vor weiteren Herausforderungen, da sie häufig auf die Sprachmuster ihrer Muttersprache zurückgreifen.

In diesem Workshop lernen Sie eine Methode kennen, die die Mehrdimensionalität des Schreibprozesses berücksichtigt. Das Konzept des generativen Schreibens schult phonologische, phonetische und prosodische Aspekte (Hören und Sprechen), vermittelt die für den Text erforderlichen grammatische Strukturen (Entdecken) und bereitet den Schreibprozess durch eine strukturierte Wortschatz- und Textarbeit vor (Schreiben). 

Auf der Basis vorgegebener Texte, die Wiederholungsstrukturen und markante phonologische und/ oder grammatische Strukturen enthalten, entstehen durch Substitution bestimmter Elemente neue, eigene Texte.

Zielgruppe: Unterrichtende von Schülerinnen und Schüler im Vor- und Grundschulalter in Regelklassen, neu zugewanderte Kinder und Jugendliche

Ingrid Weis, Lehrerin im Hochschulbereich, Universität Duisburg, Deutschland

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